Alltagsintegrierte Sprachförderung

Zielgruppe: ein- und mehrsprachige Kleinkinder mit verzögerter Sprachentwicklung bzw. Vorschul- und Schulkinder mit Sprachauffälligkeiten 

Entwicklung: ZEL – Zentrum für Entwicklung und Lernen, Heidelberg durch Frau Dr. Anke Buschmann

Projektstart und Förderung: seit 2006

Alltagsintegrierte Sprachförderung zuhause, in Krippe, Tagespflege, Kindergarten und Schule - Der Schlüssel liegt in der Interaktion Bezugsperson-Kind 


Heidelberger Elterntraining HET

Alltagsintegrierte Sprachförderung zuhause

Eine der häufigsten Auffälligkeiten in der kindlichen Entwicklung ist die verzögerte Sprachentwicklung. Allgemein spricht man hier von Kindern, die im Alter von zwei Jahren ca. 50 Wörter sprechen. Wie können diese so genannten "Late Talker" möglichst früh erkannt und gezielt gefördert werden?

Frau Dr. Anke Buschmann (ZEL-Heidelberg, http://www.zel-heidelberg.de/) hat sich mit dieser Frage praktisch und wissenschaftlich auseinandergesetzt und ein Programm für Eltern/Bezugspersonen von Late Talkers (Heidelberger Elterntraining zur frühen Sprachförderung HET) entwickelt, um die Eltern als engste Bezugspersonen zu befähigen, sich auf die besondere sprachliche Situation Ihres Kindes einzulassen und ihr Kind im sprachlichen Austausch zu fördern. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Längsschnittstudie an der Universität Heidelberg konnte die Wirksamkeit des Elterntrainings nachgewiesen werden (Buschmann et al., 2008; Buschmann et al, 2015).

In dem Programm werden Eltern u.a. dazu angeleitet, wie sie

  • ein geeignetes sprachliches Umfeld für ihr Kind schaffen.

  • alltägliche Situationen, die sich hervorragend zur Sprachförderung eignen, erkennen und nutzen.

  • das gemeinsame Buchanschauen gezielt und sprachförderlicher gestalten.

Über weitere Inhalte und Organisation können Sie hier nachlesen: www.heidelberger-elterntrainig.eu

HET Flyer zum Download

Für Eltern/Bezugspersonen von Vorschulkindern mit Sprachauffälligkeiten gibt es mit dem HET 3-6 ebenfalls die Möglichkeit zu lernen, wie sie ihr Kind im Alltag im Spracherwerb unterstützen können.

HET 3-6 Flyer zum Download

Für Eltern/Bezugspersonen von Kindern mit genetischen Syndromen wie Trisomie 21 oder Deletionssyndrom 22q11 existiert eine Adaptation, das HET GES (globale Entwicklungsstörung). Die Eltern lernen, wie sie ihrem Kind auf dem Weg zu einer besseren Kommunikation und Sprache helfen können und wie sie zum Beispiel Gebärden als Brücke zur Lautsprache verwenden.

HET GES Flyer zum Download

Eine Liste zertifizierter HET TrainerInnen finden Sie unter: www.heidelberger-elterntraining.eu

 

Heidelberger Interaktionstraining für pädagogisches Fachpersonal HIT

Sind Sie pädagogische Fachkraft und möchten sich im Bereich alltagsintegrierte Sprachförderung stärken? Das Heidelberger Interaktionstraining für pädagogisches Fachpersonal zur Sprachförderung ein- und mehrsprachiger Kinder bietet Tagesmüttern und Fachkräften aus Krippe, Kindergarten, Schule und Hort hierzu die Möglichkeiten. Im Rahmen einer mehrtägigen Fortbildung mit Supervision lernen die Fachkräfte alltägliche Interaktionssituationen (Spielen, Bilderbuchbetrachtung, Anziehen usw.) mit den Kindern zur gezielten sprachlichen Unterstützung zu nutzen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter http://www.heidelberer-interaktionstrainings.de/

Wenn Sie als Eltern oder andere Bezugspartner des Kindes Interesse für die Teilnahme an einem der Programme haben, können Sie sich gerne direkt an das ZEL Heidelberg wenden. Dort werden Sie beraten.

 

Forschung

Forschungsprojekt 2013-2017

HET LRS - Für Eltern von Kindern mit Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten hat Frau Dr. Buschmann (ZEL–Heidelberg) gemeinsam mit Frau Multhauf (Universität Erfurt) ein Training entwickelt.

Mein Kind mit Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten verstehen, stärken und unterstützen. Heidelberger Elterntraining zum Umgang mit LRS.

HET LRS Flyer zum Download

Gemeinsam mit der Günter Reimann-Dubbers Stiftung, Heidelberg und dem Universitätsklinikum Heidelberg (Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Abt. Neuropädiatrie und Stoffwechselmedizin) wird das HET LRS im Rahmen einer randomisiert, kontrollierten Studie auf seine Wirksamkeit überprüft.

Die Projektleitung hat Frau Dr. Anke Buschmann inne. Der Abschluss der Studie ist für 2017 geplant.

Publikationen zur Studie:

Multhauf, B. & Buschmann, A. (im Druck) Elterntraining zum Umgang mit LRS – wahrgenommene Änderung des kindlichen Verhaltens.LOGOS.

Buschmann, A. & Multhauf, B. (2015). LRS-Elterngruppenprogramm: Teilnehmerzufriedenheit und subjektive Effektivität. Lernen und Lernstörungen. Advance online publication. doi: 10.1024/2235-0977/a000089

Multhauf, B. & Buschmann, A. (2014). Elternpartizipation in der Therapie lese-rechtschreibschwacher Kinder: Ergebnisse einer Fragebogenerhebung. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, 4, 233 - 241.

 

Forschungsprojekt ab 15. Oktober 2015

Zusammenarbeit mit mehrsprachigen Familien im Brennpunkt: Alltagsintegrierte Sprachförderung durch die Eltern

Am 15. Oktober 2015 startete das ZEL-Zentrum für Entwicklung und Lernen, Heidelberg (Dr. Anke Buschmann) gemeinsam mit der Günter Reimann-Dubbers Stiftung, Heidelberg, dem Universitätsklinikum Heidelberg (Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Abt. Neuropädiatrie und Stoffwechselmedizin) und der Stiftung Fairchance, Berlin ein Projekt, welches die kooperative Zusammenarbeit mit mehrsprachigen Familien aus dem Brennpunkt hinsichtlich des Einbezugs der Familien in die sprachliche Förderung der Kinder fokussiert.

Die Projektleitung hat Frau Dr. Anke Buschmann inne. Der Projektzeitraum ist auf 3 Jahre angesetzt. Aufbauend auf der erfolgreichen Umsetzung des Heidelberger Elterntrainings zur Sprachförderung (HET, Buschmann) mit unterschiedlichen Zielgruppen und den positiven Erfahrung von Eltern-Workshops mit mehrsprachigen Familien zum Umgang mit verschiedenen Sprachen in der Familie wird ein Konzept zur Zusammenarbeit mit sozial benachteiligten Familien und insbesondere Familien mit Migrationshintergrund entwickelt und auf seine Wirksamkeit überprüft.

 

Forschungsprojekt ab 1. Dezember 2015

Sprache als Brücke zur Integration

Alltagsintegrierte Sprachbildung und Sprachförderung bei Kindern mit Fluchterfahrung - Anleitung von Ehrenamtlichen und Fachkräften

Am 1. Dezember 2015 startet das ZEL-Zentrum für Entwicklung und Lernen, Heidelberg (Dr. Anke Buschmann) gemeinsam mit der Stiftungsuniversität Hildesheim (Dr. Ann-Katrin Bockmann) und der Günter Reimann-Dubbers Stiftung, Heidelberg sowie dem Universitätsklinikum Heidelberg (Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Abt. Neuropädiatrie und Stoffwechselmedizin) ein Projekt, in welchem die aktuelle Thematik der Notwendigkeit eines raschen Deutschlernens bei Kindern mit Fluchterfahrung sehr praxisnah aufgegriffen wird.

Kinder sind wahre Sprachlernwunder, wenn sie sich in einer für sie angenehmen und sprachanregenden Umgebung aufwachsen und von muttersprachlichen Personen betreut werden haben. Diese Betreuungspersonen können unabhängig davon, ob sie für den pädagogischen Bereich ausgebildet sind oder nicht die Kinder optimal in den vielzähligen Alltagssituationen optimal und viel besser als vermutlich gedacht beim Deutschlernen unterstützen. Internationale Studien zur alltagsintegrierten Sprachbildung und Sprachförderung belegen die hohe Wirksamkeit von Fachkräfteschulungen hinsichtlich ihrer sprachbezogenen Interaktion mit den Kindern.

In diesem Projekt wird eine Schulung zur alltagsintegrierten Sprachbildung und Sprachförderung unter Berücksichtigung von Aspekten der Traumatisierung für Fachkräfte und Ehrenamtliche entwickelt, erprobt und auf Wirksamkeit erprobt.